16 April 2026, 22:17

NDR kämpft um zensierte Passagen im Reichelt-Skandal – neue Zeugenaussagen drohen

Eine historische Illustration, die einen Prozess mit Porträts, Vorhängen und Text auf einem Papier zeigt.

NDR kämpft um zensierte Passagen im Reichelt-Skandal – neue Zeugenaussagen drohen

Der Rechtsstreit um die Vorwürfe gegen den ehemaligen Bild-Chefredakteur Julian Reichelt ist noch lange nicht beendet. Fast fünf Jahre, nachdem der Spiegel erstmals über Machtmissbrauch in dem Fall berichtete, beginnt nun eine neue Phase: Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) drängt auf eine vollständige Wiederherstellung der zensierten Passagen in seiner Berichterstattung über die Affäre.

Ausgelöst wurde die Kontroverse 2022, als der Spiegel Vorwürfe veröffentlichte, Reichelt habe mehrere Beziehungen zu Untergebenen unterhalten. Es gab Fragen, ob er Frauen zu sexuellen Beziehungen gedrängt habe – doch diese blieben letztlich unbeantwortet.

2023 strahlte das ARD-Magazin Reschke Fernsehen einen Beitrag zum Fall aus, in dem es um angeblichen Machtmissbrauch bei Bild ging. Reichelt reagierte mit einer einstweiligen Verfügung, wodurch zentrale Aussagen gestrichen werden mussten. Später wurde die Sendung komplett aus der ARD-Mediathek entfernt.

Nun geht der NDR rechtlich gegen die Zensur vor und will die gelöschten Abschnitte wiederherstellen. Der Sender plant, Zeugen zu laden – darunter eine Frau, die behauptet, Reichelt habe sie zu einer Beziehung genötigt. Sollte es zu einer öffentlichen Verhandlung kommen, könnte dies für den Bild-Verlag Axel Springer unangenehme Fragen aufwerfen. Einige der betroffenen Frauen hätten berufliche Nachteile erlitten, nachdem sie sich geäußert hatten.

Das deutsche Justizsystem ist für seine langsamen Verfahren bekannt, besonders in Presserechtsfragen. Die Reichelt-Affäre zieht sich bereits seit Jahren hin, ohne dass eine endgültige Klärung in Sicht ist.

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Die nächsten Schritte im Verfahren werden entscheiden, ob die gestrichenen Passagen des NDR-Beitrags wieder veröffentlicht werden. Eine umfassende Anhörung könnte neue Zeugenaussagen bringen – auch zu Reicheltes Verhalten bei Bild. Vorerst läuft das juristische Verfahren weiter, ein Abschluss ist nicht absehbar.

Quelle