Münchens OB-Wahl: Dominik Krause fordert Dieter Reiter mit Wohnungsbau-Reformen heraus
Jana KellerMünchens OB-Wahl: Dominik Krause fordert Dieter Reiter mit Wohnungsbau-Reformen heraus
Münchens bevorstehender Oberbürgermeister-Wahlkampf nimmt Konturen an: Der 35-jährige Vizebürgermeister Dominik Krause stellt sich gegen Amtsinhaber Dieter Reiter. Krause, bekannt für seinen ruhigen, aber entschlossenen Führungsstil, hat seit 2024 bereits weitreichende Wohnungsbau-Reformen durchgesetzt. Sein Wahlkampf konzentriert sich nun auf Transparenz, Bezahlbarkeit und einen Bruch mit Reiters Führungsstil.
Seit seinem Einstieg in die Kommunalpolitik 2014 stieg Krause zum stellvertretenden Oberbürgermeister auf und führte die Grünen-Fraktion im Stadtrat an. Der gebürtige Münchner aus Obermenzing verfügt über einen Master in angewandter Physik, hat seine gesamte Karriere jedoch dem öffentlichen Dienst gewidmet. Sein Wirken ist geprägt von mutigen Aussagen – etwa als er das Oktoberfest 2023 als "größte Drogenbörse der Welt" bezeichnete – doch meist vermeidet er unnötige Kontroversen.
Als Vizebürgermeister trieb er den Bau von 15.000 bezahlbaren Wohnungen voran, indem er Genehmigungsverfahren beschleunigte. Seine Initiative "München baut schnell" halbierte die Bearbeitungszeiten für Baugenehmigungen von 18 auf neun Monate – durch Personalaufstockung und Digitalisierung. Seit 2024 erwarb die Stadt zudem 500 Hektar Land für den sozialen Wohnungsbau.
Krauses Programm zielt nun auf die Umnutzung leerstehender Büros, strengere Mietpreisbremse und den Ausbau des ÖPNV. Reiter wirft er vor allem mangelnde Transparenz vor, insbesondere bei dessen Nebentätigkeiten für den FC Bayern. Reiters anfängliche defensive Reaktionen verstärkten nur den Eindruck einer distanzierten Amtsführung, auch wenn er später mit Schuldeingeständnissen und Rosenverteilungen an Wähler Schadensbegrenzung betreiben wollte.
Trotz Krauses Schwung kann Reiter auf wichtige Unterstützung bauen, darunter die CSU. Ein Scheitern Krauses würde seine Ambitionen nicht beenden – sein Alter und seine Erfahrung lassen Raum für künftige Wahlkämpfe.
Die Wahl wird entscheiden, ob Krauses Wohnungsbau- und Verkehrspolitik breitere Zustimmung findet. Seine Reformen prägen bereits Teile der Münchner Stadtentwicklung, während Reiters Versuche, Vertrauen zurückzugewinnen, weiterhin kritisch beobachtet werden. Das Ergebnis wird die Weichen für Münchens Zukunft in Sachen Bezahlbarkeit, Regierungsführung und Stadtplanung auf Jahre hinaus stellen.






