25 March 2026, 12:18

Münchens neuer Oberbürgermeister Krause blockiert dritte Startbahn am Flughafen

Menschen sitzen auf dem Flughafenboden und halten ein "Berlin aufgrund des Klimawandels abgesagt"-Schild mit verstreuten Gegenständen und Rolltreppen im Hintergrund.

Münchens neuer Oberbürgermeister Krause blockiert dritte Startbahn am Flughafen

Dominik Krause von den Grünen ist mit 56,4 Prozent der Stimmen zum neuen Münchner Oberbürgermeister gewählt worden. Seine Wahl markiert einen Wechsel in der lokalen Führung und beendet die lange Amtszeit des bisherigen Amtsinhabers Dieter Reiter (SPD). Krauses klare Haltung in Klimafragen wird nun entscheidenden Einfluss auf wichtige Vorhaben haben – darunter die umstrittene Erweiterung um eine dritte Startbahn am Flughafen München.

Das Projekt ist seit Jahren Gegenstand politischer und juristischer Auseinandersetzungen. Während die bayerische Staatsregierung die Startbahn unterstützt, lehnen Umweltschutzverbände und kommunale Vertreter sie ab. Die dritte Startbahn am Münchner Flughafen ist seit 2020 ein Zankapfel. Unter Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gab Bayern im Juli 2023 grünes Licht für das Raumordnungsverfahren, gefolgt von der Zustimmung des Landtags im Oktober. Trotz laufender Klagen von Umweltverbänden reichten die Planungsunterlagen Ende 2023 bei der Bundesregierung ein. 2024 begann das Planfeststellungsverfahren, während die Vorbereitungen für den Baubeginn bis 2026 laufen sollen.

Doch das Vorhaben steht nun vor zwei großen Hürden: Söder verhängte ein Moratorium bis 2028, das weitere Schritte auf Landesebene blockiert. Gleichzeitig hält die Stadt München als Gesellschafterin 23 Prozent der Flughafenanteile – und damit ein effektives Vetorecht bei strategischen Entscheidungen. Krause, der als Oberbürgermeister München in der Gesellschafterversammlung vertritt, wird voraussichtlich die ablehnende Haltung der Stadt aufrechterhalten und die Blockade fortsetzen.

Im Juli 2025 wies das Verwaltungsgericht Klagen gegen die Baugenehmigungen für die Startbahn ab und räumte damit ein juristisches Hindernis aus dem Weg. Der Flughafen München beantragte jedoch bereits die Bestätigung, dass Vorarbeiten begonnen hätten, um ein Verlängern der Planungsgenehmigung zu verhindern. Die Lufthansa bleibt eine der stärksten Befürworterinnen der Erweiterung; Vorstandschef Carsten Spohr drängt auf mehr Kapazitäten. Krause hingegen mied das Thema Flughafen im Wahlkampf – ein Zeichen für seinen stillen, aber entschlossenen Widerstand gegen das Projekt.

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Mit Krauses Wahl festigt München seine Position gegen die dritte Startbahn. Angesichts von Söders Moratorium und dem städtischen Vetorecht bleibt die Zukunft des Projekts ungewiss. Zwar hat der Flughafen juristisch Punkte gewonnen, doch die politische Pattsituation hält an – die Erweiterung schwebt vorerst in der Schwebe.

Quelle