Massiver Protest gegen Streichung der Hautkrebsvorsorge in Berlin geplant
Jana KellerMassiver Protest gegen Streichung der Hautkrebsvorsorge in Berlin geplant
Protest gegen geplante Kürzungen bei der Hautkrebsvorsorge am Mittwoch in Berlin-Mitte
Am kommenden Mittwoch findet in Berlin-Mitte eine Demonstration gegen die geplanten Streichungen bei der Hautkrebs-Früherkennung statt. Aktivisten warnen, dass kostenlose Vorsorgeuntersuchungen für Menschen über 35 Jahren im Rahmen der neuen Gesundheitsreformen gestrichen werden könnten. Die von der Bürgerinitiative Campact organisierte Kundgebung hat bereits eine halbe Million Unterstützer durch eine Online-Petition mobilisiert.
Die Protestaktion beginnt um 8:30 Uhr am 29. April in der Nähe des Bundeskanzleramts. Teilnehmer werden sich symbolisch entkleiden und Schilder mit nackten Körpern und Botschaften wie "Gesundheit muss bezahlbar bleiben" oder "Ministerin Warken, kürzen Sie uns nicht krank" hochhalten. Ihre zentrale Forderung: Die Hautkrebsvorsorge muss alle zwei Jahre für alle ab 35 Jahren erhalten bleiben.
Die Zahl der Hautkrebsfälle hat sich in den letzten 20 Jahren fast verdoppelt – Frühdiagnosen sind daher wichtiger denn je. Doch ausgerechnet am selben Tag stellt Gesundheitsministerin Nina Warken ihr Reformpaket dem Kabinett vor. Die Pläne sehen vor, die kostenlosen Screenings abzuschaffen, was Befürchtungen über verzögerte Diagnosen schürt.
Annika Liebert, Kampagnensprecherin von Campact, betont, dass es bei dem Protest um mehr gehe als nur um die Hautkrebsvorsorge: "Es geht um die Bezahlbarkeit des Gesundheitssystems insgesamt." Dazu zählen auch der Erhalt des Krankengeldes, des Kinderkrankengeldes sowie die Senkung der Zuzahlungen für Medikamente. Eine weitere Forderung lautet, dass die Pharmaindustrie stärker an der Finanzierung des Gesundheitssystems beteiligt werden muss.
Der Protest fällt zeitlich mit Warkens Reformankündigung zusammen. Sollten die Pläne umgesetzt werden, wäre die kostenlose Hautkrebsvorsorge für die besonders Gefährdeten nicht mehr garantiert. Die Organisatoren hoffen, mit der Demonstration die Regierung zum Umdenken zu bewegen.






