24 May 2026, 22:15

Kretschmer fordert klare Strategie statt pauschaler Subventionskürzungen

Kretschmer zeigt sich offen für höhere Steuern

Kretschmer fordert klare Strategie statt pauschaler Subventionskürzungen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat eine gezieltere Herangehensweise bei Steuer- und Subventionsreformen gefordert. Er kritisierte pauschale Kürzungen bei staatlichen Zuschüssen und warnte, solche Maßnahmen seien ohne kluge politische Planung nicht sinnvoll. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der CDU und SPD über Verschiebungen bei Renten- und Gesundheitsreformen vor den anstehenden Landtagswahlen diskutieren.

Kretschmer lehnte flächendeckende Subventionskürzungen zur Finanzierung von Steuersenkungen ab und bezeichnete diesen Ansatz als „Rasenmäher-Methode“ – zu undifferenziert für eine wirksame Politik. Stattdessen plädierte er für einen „kohärenten Gesamtplan“, der den Wählern präsentiert werden könne, und betonte, dass Steueränderungen Teil einer umfassenderen Strategie sein müssten.

Bei der Frage nach höheren Steuern für Spitzenverdiener argumentierte er, „wer breitere Schultern hat, muss auch mehr tragen als diejenigen mit schwächeren“. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) lehnt eine Erhöhung der Abgaben für hohe Einkommen jedoch weiterhin ab. Gleichzeitig setzte sich Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) für Steuerentlastungen für Gering- und Mittelverdiener ein – finanziert durch höhere Beiträge der Wohlhabendsten.

Auch die geplante Gesundheitsreform hinterfragte Kretschmer und nannte sie ein weiteres Beispiel für eine Politik ohne klare Vision. Die Rentekommission der Regierung soll demnächst verschiedene Optionen vorlegen, darunter eine mögliche Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre. Angesichts der bevorstehenden Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ziehen CDU und SPD jedoch in Betracht, diese Reformen zu verschieben.

Für die Zukunft betonte Kretschmer die Notwendigkeit einer „umfassenden Strategie“ in den Koalitionsgesprächen mit der SPD. Sein Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands für das nächste Jahrzehnt zu sichern, auch wenn er höhere Steuern auf Erbschaften und Spitzenverdiener nicht grundsätzlich ausschließt.

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Die Debatte über Steuer- und Subventionsreformen bleibt gespalten: Während Kretschmer für einen strukturierten Plan statt pauschaler Kürzungen wirbt, könnten Renten- und Gesundheitsreformen vor den Landtagswahlen aufgeschoben werden. Die endgültigen Entscheidungen werden die Wirtschaftspolitik Deutschlands auf Jahre hinaus prägen.

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