29 June 2026, 12:25

Knaufs Gipsabbau in Unterfranken rückt näher – doch Widerstand bleibt groß

Hürde auf dem Weg zu neuem Gipsbergwerk genommen

Knaufs Gipsabbau in Unterfranken rückt näher – doch Widerstand bleibt groß

Knaufs Pläne zum Gipsabbau in Unterfranken sind einem Genehmigungsschritt nähergekommen. Die Regierung von Unterfranken hat das Vorhaben geprüft und die Risiken unter strengen Auflagen für beherrschbar eingestuft. Vor Ort fallen die Reaktionen gemischt aus: Es gibt sowohl Zustimmung als auch vehementen Widerstand.

Die behördliche Prüfung umfasste umfangreiche Konsultationen. Im Rahmen des Raumordnungsverfahrens wurden 79 öffentliche Stellen einbezogen und über 4.300 BürgerEinwendungen ausgewertet. Eine Online-Petition gegen das Projekt sammelte zudem mehr als 5.600 Unterschriften.

Laut Bewertung würde der Gipsabbau keine unkontrollierbaren Risiken bergen, sofern Knauf die vorgegebenen Bedingungen einhält. Dennoch bleibt ein Restrisiko, das jedoch als beherrschbar eingestuft wird. Sollten die Grundwasserstände sinken, müsste der Abbau sofort eingestellt werden. Das Gebiet ist von zentraler Bedeutung für die Trinkwasserversorgung Würzburgs und der umliegenden Regionen.

Knauf plant, über 50 Jahre hinweg jährlich eine Million Tonnen Gips zu fördern. Marco Pabstmann, technischer Geschäftsführer des Unternehmens, begrüßte die Einschätzung der Regierung. Die endgültige Entscheidung liegt nun bei der Bergbehörde Nordbayern, die bis Jahresende einen Bescheid erlassen will.

Kritik kommt von Patrick Friedl von den Grünen. Er wirft der Bewertung vor, die potenziellen Gefahren für die Trinkwasserversorgung unterschätzt zu haben.

Über das Schicksal des Projekts wird die Bergbehörde Nordbayern noch in diesem Jahr entscheiden. Bei einer Genehmigung müsste Knauf strenge Auflagen zum Schutz des Grundwassers erfüllen. Das Ergebnis wird zeigen, ob der Abbau beginnt oder ob weitere Einwände das Vorhaben verzögern.

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