Knaufs Gipsabbau in Unterfranken rückt näher – doch Widerstand bleibt
Johanna SchwarzKnaufs Gipsabbau in Unterfranken rückt näher – doch Widerstand bleibt
Die Pläne des Baukonzerns Knauf, in Unterfranken Gips abzubauen, sind einem Genehmigungsschritt nähergekommen. Die Regierung von Unterfranken hat das Vorhaben geprüft und kommt zu dem Schluss, dass die Risiken unter strengen Auflagen beherrschbar seien. Vor Ort fallen die Reaktionen gemischt aus – es gibt sowohl Zustimmung als auch vehementen Widerstand.
Die behördliche Prüfung umfasste umfangreiche Abstimmungsprozesse. Im Rahmen der Raumordnungsverfahren wurden 79 öffentliche Stellen einbezogen und über 4.300 BürgerEinwendungen geprüft. Eine Online-Petition gegen das Projekt sammelte zudem mehr als 5.600 Unterschriften.
Laut Bewertung würde der Gipsabbau keine unkontrollierbaren Risiken bergen, sofern Knauf die vorgegebenen Bedingungen einhält. Dennoch bleibe ein Restrisiko, das jedoch als beherrschbar eingestuft werde. Bei einem Absinken des Grundwasserspiegels müsste der Abbau sofort eingestellt werden. Das Gebiet ist von zentraler Bedeutung für die Trinkwasserversorgung Würzburgs und der umliegenden Regionen.
Knauf plant, über einen Zeitraum von 50 Jahren jährlich eine Million Tonnen Gips zu fördern. Marco Pabstmann, technischer Geschäftsführer des Unternehmens, begrüßte die Einschätzung der Regierung. Die endgültige Entscheidung liegt nun bei der Bergbehörde Nordbayern, die bis Jahresende einen Bescheid erteilen soll.
Kritik kommt von Patrick Friedl von den Grünen. Er wirft der Bewertung vor, die potenziellen Gefahren für die Trinkwasserversorgung zu unterschätzen.
Über das Schicksal des Projekts wird die Bergbehörde Nordbayern noch in diesem Jahr entscheiden. Bei einer Genehmigung müsste Knauf strenge Auflagen zum Schutz des Grundwassers erfüllen. Das Ergebnis wird zeigen, ob der Abbau beginnen kann oder ob weitere Einwände das Vorhaben verzögern.
