Klöckner fordert Kirche auf: Mehr Spiritualität, weniger Tagespolitik
Emma HerrmannKlöckner fordert Kirche auf: Mehr Spiritualität, weniger Tagespolitik
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat die katholische Kirche aufgefordert, sich wieder stärker auf ihre geistliche Sendung zu besinnen. In einer aktuellen Stellungnahme warnte die CDU-Politikerin, die Institution riskiere an Bedeutung zu verlieren, wenn sie sich zu sehr in tagespolitische Debatten einmische.
Besonders die jüngeren Generationen suchten in Krisenzeiten nach tieferem Sinn, betonte Klöckner – und daran müsse die Kirche anknüpfen. Sie machte deutlich, dass sich die Kirche nicht wie eine politische Partei verhalten solle. Andernfalls werde sie die Erwartungen derer enttäuschen, die über den Alltag hinaus nach Orientierung suchten. Stattdessen plädierte sie für eine Rückkehr zu den grundlegenden Lebensfragen – nach Sinn, Trost und Halt.
Als Beispiele nannte sie Länder wie England und Frankreich, wo die Kirche durch die Konzentration auf solche existenziellen Themen wieder mehr Zustimmung finde. Gleichzeitig warnte sie davor, die Rolle der Kirche auf profane Angelegenheiten wie Verkehrsregeln zu reduzieren, was ihre moralische Autorität untergraben könnte.
Zur Frage des Ausschlusses von AfD-Politikern vom Katholikentag erklärte Klöckner, dies liege nicht in ihrer Entscheidungsgewalt. Sie sei weder Veranstalterin noch Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Allerdings sprach sie sich für einen offenen Dialog innerhalb der Glaubensgemeinschaft aus – auch über umstrittene Themen wie den Segen für gleichgeschlechtliche Paare.
Klöckner hob zudem das Potenzial der Kirche hervor, jüngeren Menschen ein Gefühl der Zugehörigkeit zu vermitteln. In unsicheren Zeiten müsse sie mehr bieten als nur gesellschaftspolitische Forderungen, so die Bundestagspräsidentin – sie solle ein Ort der Sehnsucht und der Besinnung sein.
Ihre Äußerungen fallen in eine Phase, in der die katholische Kirche über ihre öffentliche Rolle diskutiert. Klöckners Worte deuten auf die Notwendigkeit hin, geistliche Führung mit gesellschaftlichem Engagement in Einklang zu bringen. Die Debatte dürfte anhalten, während sich die Kirche auf den anstehenden Katholikentag vorbereitet.






