16 March 2026, 12:25

Kirchenaustritte in Bayern erreichen 2025 neuen Höchststand mit 124.000 Fällen

Ein altes Dokument mit einer Zeichnung der St. Erasmus-Kirche umgeben von Bäumen und Himmel, unterzeichnet von der deutschen Regierung.

Bischöfe und Regionalkirche: Fast 124.000 Austritte - Kirchenaustritte in Bayern erreichen 2025 neuen Höchststand mit 124.000 Fällen

Kirchenaustritte in Bayern halten an: Katholiken und Protestanten verzeichnen 2025 deutliche Verluste

Die Zahl der Kirchenmitglieder in Bayern geht weiter zurück – sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche verzeichneten 2025 erhebliche Austrittswellen. Fast 124.000 Menschen verließen die beiden großen christlichen Gemeinschaften, was einen weiteren Rückgang in der Mitgliederzahl markiert. Der Trend spiegelt einen breiteren Wandel in der religiösen Bindung der Region wider.

Die Evangelische Kirche in Bayern ist erstmals seit 2024 unter die Marke von zwei Millionen Mitgliedern gefallen. Allein 2025 traten 42.000 Menschen aus der Evangelisch-Lutherischen Kirche aus – 2.514 mehr als im Vorjahr. Die katholische Kirche verzeichnete 81.852 Austritte, das sind 5.300 weniger als 2024, dennoch ein beträchtlicher Schwund.

Erzbischof Herwig Gössl aus Bamberg wies darauf hin, dass die Bemühungen der katholischen Kirche, Missbrauchsfälle aufzuarbeiten und Reformen voranzutreiben, möglicherweise die Austrittsrate verlangsamen. Dennoch übersteigt die Zahl der Sterbefälle die der Neugetauften, was den Gesamtrückgang beschleunigt. Die katholische Kirche in Bayern zählt zwar noch über 5,3 Millionen Gläubige, doch der Abwärtstrend bleibt ungebrochen.

Aktuelle Zahlen zu Mitgliederentwicklungen in den beiden größten protestantischen Landeskirchen Deutschlands – der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Evangelischen Kirche von Westfalen – lagen nicht vor, sodass ihre aktuelle Entwicklung unklar bleibt.

Die gemeinsamen Verluste von 124.000 Mitgliedern im Jahr 2025 unterstreichen den anhaltenden Rückgang der christlichen Gemeinden in Bayern. Bei sinkenden Taufzahlen, steigenden Sterbefällen und kontinuierlichen Austritten schrumpft die Basis beider Kirchen weiter. Die Reformen der katholischen Kirche zeigen zwar erste Wirkungen, doch der allgemeine Abwärtstrend hält an.

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