Helsing und Hensoldt entwickeln KI-gesteuertes Kampfflugzeug für die Zukunft der Luftkriegsführung
Jana KellerHelsing und Hensoldt entwickeln KI-gesteuertes Kampfflugzeug für die Zukunft der Luftkriegsführung
Hensoldt Aktie: Deutsche Rüstungsunternehmen Helsing und Hensoldt entwickeln gemeinsam KI-gestütztes Kampfflugzeug
Die deutschen Rüstungsfirmen Helsing und Hensoldt haben eine Partnerschaft geschlossen, um ein mit künstlicher Intelligenz ausgestattetes Kampfflugzeug zu entwickeln. Im Rahmen der Zusammenarbeit wird Helsings CA-1 aufgerüstet – eine autonome Drohne, die im September 2023 vorgestellt wurde. Das System ist darauf ausgelegt, sowohl eigenständig als auch im Schwarmverbund zu operieren und wird durch fortschrittliche Sensortechnologie unterstützt.
Die Kooperation baut auf früheren gemeinsamen Projekten der beiden Unternehmen mit dem norwegischen Konzern Kongsberg auf, darunter ein europäisches Satellitenvorhaben. Diesmal liegt der Fokus auf der Luftkampffähigkeit, mit dem Ziel, die CA-1 innerhalb von vier Jahren voll einsatzbereit zu machen.
Die Drohne wird mit Helsings KI-Agenten Centaur ausgestattet sein, der es ihr ermöglicht, Missionen ohne direkte menschliche Steuerung durchzuführen. Zudem übernimmt das System die sichere Datenverarbeitung, um zuverlässige Operationen auch in umkämpften Umgebungen zu gewährleisten. Hensoldt steuert hochmoderne Sensoren bei – darunter Radar, Optronik und Systeme für die elektronische Kriegsführung –, die die Lageerfassung und Überlebensfähigkeit verbessern sollen.
Das Vorhaben reiht sich in größere europäische Rüstungsinitiativen ein. So kündigte die Europäische Verteidigungsagentur (EVA) im Februar 2023 ein 38-Millionen-Euro-Programm zur Entwicklung unbemannter Bodensysteme für den Kampf (CUGS) an. Neun EU-Länder und 28 Industriepartner sind beteiligt, mit dem Ziel, zunächst eine standardisierte Architektur und anschließend Kampfmodule zu schaffen. Unabhängig davon unterzeichnete das britische Verteidigungsministerium im Mai 2022 einen Vertrag mit Rheinmetall, um sieben autonome Bodenfahrzeuge mit Truppen zu testen – ein weiteres Zeichen für das wachsende Interesse an unbemannten Militärsystemen.
Die Fähigkeit der CA-1, sowohl allein als auch in koordinierten Verbänden zu agieren, spiegelt den Trend zu vernetzten, KI-gesteuerten Kriegsführung wider. Dank ihrer Sensoren und Datenfusionskapazitäten kann sie sich schnell an wechselnde Gefechtsbedingungen anpassen und bietet damit ein flexibles Werkzeug für moderne Luftoperationen.
Die aufgerüstete CA-1 soll bis 2028 in Dienst gestellt werden und markiert damit einen wichtigen Schritt in Richtung KI-gestützter Luftkampfsysteme. Die Integration von Helsings Software und Hensoldts Hardware unterstreicht Europas Bestrebungen, autonome Verteidigungstechnologien voranzutreiben. Das Projekt steht zudem exemplarisch für die breiter angelegte Investition der Region in unbemannte Systeme – von Bodenfahrzeugen bis hin zu Luftplattformen.
Hensoldt und Helsing testen CA-1-Technologie in den kommenden Monaten mit Kunden
Die Partnerschaft zwischen Hensoldt und Helsing wird in den kommenden Monaten mit der praktischen Validierung ihrer CA-1-Drohnen-Technologie beginnen. Laut jüngsten Berichten werden die Unternehmen gemeinsam mit Kunden und Partnern Demonstrationen durchführen, um Systeme in realen Szenarien zu testen. Das Ziel dieser Tests ist es, Innovationen in den Betrieb zu überführen, um das Einsatztarget von 2028 zu erreichen.