Green Flexibility revolutioniert Stromnetze mit Batteriespeichern – doch Hindernisse bleiben
Leon SchmidtGreen Flexibility revolutioniert Stromnetze mit Batteriespeichern – doch Hindernisse bleiben
Green Flexibility stellt neuen Ansatz zur Entlastung regionaler Stromnetze vor
Das Unternehmen Green Flexibility hat ein innovatives Konzept zur Entspannung der Belastung regionaler Stromnetze präsentiert. Mit dem "REGIOlink"-Modell, das durch ein detailliertes Whitepaper untermauert wird, schlägt das Unternehmen den Einsatz großskaliger Batteriespeicher vor, um die Netzstabilität zu stärken. Eine Pilotanlage in Immenstadt testet das System bereits – doch die flächendeckende Einführung steht noch vor Hindernissen.
Das Whitepaper führt ein klares Rahmenwerk ein, um zu klassifizieren, wie Batteriespeichersysteme mit dem Netz interagieren. Es definiert Betriebsmodi anhand ihrer Auswirkungen und hilft Netzbetreibern so, die besten Konfigurationen zur Vermeidung von Engpässen zu ermitteln. REGIOlink selbst setzt auf datengesteuerte Steuerungskorridore, die Echtzeit-Anpassungen ermöglichen, um Angebot und Nachfrage auszugleichen.
Trotz wachsendem Interesse kommt der Fortschritt nur langsam voran. Netzbetreiber in ganz Deutschland verzeichnen einen Anstieg von Anträgen für Netzanschlüsse großer Batterieprojekte. Doch viele setzen weiterhin auf herkömmliche Lösungen wie den Bau neuer Stromleitungen, bevor sie speicherbasierte Alternativen in Betracht ziehen. Christoph Ostermann, CEO und Mitgründer von Green Flexibility, betonte, dass Branchendiskussionen oft in terminologischen Debatten steckenbleiben – sein Unternehmen konzentriere sich stattdessen auf praxisnahe Lösungen.
Christina Hepp, Direktorin für Strategie bei Green Flexibility, räumte ein, dass aktuelle Modelle zu Einnahmeverlusten für Betreiber führen könnten. Sie unterstrich die Notwendigkeit fairer Vergütungsmechanismen und stärkerer regulatorischer Rahmenbedingungen, um diese Lösungen im großen Maßstab wirtschaftlich tragfähig zu machen. Ohne solche Grundlagen könnten selbst erprobte Konzepte wie REGIOlink Schwierigkeiten haben, über die Pilotphase hinauszuwachsen.
Das Unternehmen bietet zudem Implementierungsmodule für REGIOlink an, die technische Bewertungen netzrelevanter Betriebsmodi sowie vereinfachte Koordinationsprozesse umfassen. Diese Tools sollen die Einführung für Netzbetreiber erleichtern, die speichergestützte Netzunterstützung erkunden möchten.
Die Pilotanlage in Immenstadt zeigt, welches Potenzial großskalige Speicher bei der Entlastung von Netzengpässen haben. Doch die Skalierung der Lösung hängt von regulatorischen Änderungen und einem Umdenken bei den Netzbetreibern ab. Bis dahin wird sich der Stau an Anträgen für Batteriespeicherprojekte voraussichtlich weiter aufstauen – und die breite Integration flexibler Netzentlastungssysteme verzögern.






