22 March 2026, 18:17

Georg Hackl nennt Deutschland wegen maroder Infrastruktur eine "Bananenrepublik"

Ein Buchumschlag mit dem Titel 'Sport in Europa' in leuchtenden Farben, detaillierten Designs und Olympischen Symbolen aus europäischen Spielen.

Georg Hackl nennt Deutschland wegen maroder Infrastruktur eine "Bananenrepublik"

Deutschlands Ruf als effizientes Land hat einen weiteren Dämpfer erhalten, nachdem ein Spitzen-Trainer im Wintersport das Land wegen seiner maroden Infrastruktur als "Bananenrepublik" bezeichnet hat. Georg Hackl, Olympiasieger im Rennrodeln und langjähriger Trainer, kritisierte die Verantwortlichen scharf für die Verzögerungen bei der Sanierung wichtiger Anlagen – während er gleichzeitig Italiens zügigen Bau einer neuen Bahn für die Olympischen Winterspiele 2026 lobte.

Hackls Frust entzündet sich an der anhaltenden Vernachlässigung der Rennschlittenbahn am Königssee in seiner Heimat. Die 2021 durch Hochwasser beschädigte Anlage ist seit Jahren nicht nutzbar, die Reparaturen sollen erst bis November 2026 abgeschlossen sein. Eine vollständige Wiederherstellung wird sogar erst rechtzeitig zu den Weltmeisterschaften 2028 erfolgen. Dieser schleppende Fortschritt steht in krassem Gegensatz zur neuen Bahn in Cortina d'Ampezzo, die Italien in nur 399 Tagen für 118 Millionen Euro errichtete. Zwar erlitt sie kurz nach den Spielen Schäden in Höhe von fast einer Million Euro, doch die entschlossene Reaktion der italienischen Regierung – darunter ein Vor-Ort-Besuch von Vize-Regierungschef Matteo Salvini – fand Hackls Anerkennung.

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Er verwies zudem auf andere deutsche Prestigeprojekte, die von Pannen geprägt sind: das jahrelang verzögerte Bahnprojekt Stuttgart 21, die chaotische Eröffnung des Berliner Flughafens BER oder die weiterhin gesperrte Carolabrücke in Dresden. Ausländische Trainerkollegen hätten laut Hackl mit Unglauben, teils sogar mit Spott auf die deutschen Probleme reagiert. Er machte vor allem ein Führungsversagen der Politik verantwortlich und betonte, dass Italiens schnelle Entscheidungen zeigten, was mit klarer Linie möglich sei.

Doch der rasante Bau in Cortina hatte auch seinen Preis: Nach den Spielen verursachte Schäden führten zur Absage der italienischen Meisterschaften im März 2026. Deutschlands schrittweise Sanierung am Königssee hingegen setzt auf langfristige Widerstandsfähigkeit – das Ziel ist, die Bahn künftig besser vor wetterbedingten Schäden zu schützen.

Die Kritik eines angesehene Sportlers wie Hackl unterstreicht die wachsenden Zweifel an Deutschlands Fähigkeit, seine kritische Infrastruktur instand zu halten. Während Italien seine Bahn in weniger als einem Jahr fertigte, ist die deutsche Anlage Jahre nach der Flut immer noch nicht repariert. Dieser Gegensatz hat eine Debatte ausgelöst. Nun stehen die Verantwortlichen unter Druck, zu beweisen, dass das Land große Projekte noch termingerecht und im Budget umsetzen kann.

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