14 April 2026, 10:17

Fünf neue Traditionen werden zum deutschen Kulturerbe erklärt

Schwarz-weiß-Foto einer Stadtstraße in Windisch-Feststritz, Deutschland, mit Gebäuden, Bäumen, Menschen, Karren und Himmel.

Fünf neue Traditionen werden zum deutschen Kulturerbe erklärt

Fünf neue Traditionen sind in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen worden. Die Entscheidung traf die Kultusministerkonferenz gemeinsam mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Die Neuzugänge unterstreichen die vielfältigen und sich wandelnden kulturellen Praktiken des Landes.

Die neu anerkannten Traditionen umfassen ein breites Spektrum: die Bolzplatz-Kultur (Straßenfußball), das Herrenschneiderhandwerk (maßgeschneiderte Herrenmode), die Martinsfeiern im Rheinland, die Schaustellerkultur auf Volksfesten sowie den kleinteiligen Küstenfischfang in Ostsee und Boddengewässern. Jede dieser Praktiken spiegelt einen einzigartigen Aspekt des deutschen Lebens wider – von handwerklicher Kunstfertigkeit bis zu gemeinschaftlichen Festen.

Das Verzeichnis würdigt kulturelle Ausdrucksformen, die kreativ, inklusiv und innovativ sind. Vorschläge für die Aufnahme werden zunächst dem Fachausschuss Immaterielles Kulturerbe der Deutschen UNESCO-Kommission vorgelegt und durchlaufen ein mehrstufiges Auswahlverfahren, bevor sie endgültig beschlossen werden.

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Deutschland trat 2013 dem UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes bei. Das 2003 in Paris verabschiedete Abkommen wurde mittlerweile von 185 Staaten ratifiziert. Das Verzeichnis umfasst derzeit 173 lebendige Praktiken, die im Land bewahrt und weitergegeben werden.

Wolfram Weimer, der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, bezeichnete das immaterielle Kulturerbe als die "lebendige Wurzel" moderner kultureller Identität. Katharina Binz, Präsidentin der Kultusministerkonferenz, betonte, dass Traditionen lebendig bleiben, wenn Menschen sie aktiv pflegen. Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission, ergänzte, dass diese Praktiken dort gedeihen, wo Wissen geteilt und kultureller Ausdruck gemeinsam gestaltet wird.

Mit den fünf Neuzugängen steigt die Zahl der anerkannten Traditionen in Deutschland auf 173. Sie ergänzen eine wachsende Liste von Bräuchen, die Gemeinschaften weiterhin bewahren und anpassen. Das Verzeichnis sorgt dafür, dass diese kulturellen Schätze auch für kommende Generationen sichtbar und wertgeschätzt bleiben.

Quelle