Europa kämpft um digitale Souveränität gegen US-Tech-Riesen und China
Johanna SchwarzEuropa kämpft um digitale Souveränität gegen US-Tech-Riesen und China
Europa treibt Pläne voran, um seine Abhängigkeit von ausländischer Technologie – insbesondere bei Cloud-Diensten und kritischen Bereichen wie KI – zu verringern. Offizielle Stellen betonen, dass es bei dieser Neuausrichtung nicht um eine Abkehr von vertrauenswürdigen Partnern gehe, sondern darum, Regeln zu vermeiden, die außerhalb des Kontinents festgelegt werden.
Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit und der Vorherrschaft US-amerikanischer Tech-Giganten auf dem europäischen Markt.
In den vergangenen fünf Jahren hat die EU ihren Kurs geändert: Von der Akzeptanz der Dominanz US-amerikanischer Cloud-Anbieter wie AWS, Google und Microsoft hin zur aktiven Förderung der "Cloud-Souveränität". Neue Initiativen wie das EU-Cloud-Dienste-System (EUCS) von 2024 und Gaia-X zielen darauf ab, die lokale Kontrolle über Daten zu stärken. Diese Bestrebungen sind eine Reaktion auf Sorgen wegen US-amerikanischer Überwachungsgesetze, darunter der CLOUD Act, der amerikanischen Behörden den Zugriff auf Daten ermöglicht, die von US-Unternehmen im Ausland gespeichert werden.
Gleichzeitig hat Europa gegenüber chinesischen Technologiekonzernen deutlich schärfere Maßnahmen ergriffen. Seit 2019 sehen sich Unternehmen wie Huawei und Alibaba mit Verboten, Investitionsprüfungen und Exportkontrollen konfrontiert – insbesondere im Bereich 5G-Netze. Der EU-Toolbox von 2020 schloss explizit Hochrisiko-Anbieter aus und spiegelte damit tiefgreifende Sicherheitsbedenken hinsichtlich des Einflusses des chinesischen Staates wider.
Die deutsche Cyber-Sicherheitsbehörde BSI testet derzeit souveräne Cloud-Lösungen großer Technologieunternehmen, um die nationale Strategie zu prägen. Unterdessen plant die Europäische Kommission, noch in diesem Frühjahr ein "Tech-Souveränitäts"-Paket vorzulegen, das Abhängigkeiten in den Bereichen KI, Halbleiter und anderen Schlüsseltechnologien verringern soll.
US-amerikanische Vertreter zeigen sich jedoch skeptisch. Sean Cairncross, der nationale Cyber-Direktor der USA, argumentierte, Europa solle sich stattdessen auf die Reduzierung der Abhängigkeit von chinesischer Technologie konzentrieren – nicht auf amerikanische Dienste. Diese seien weniger riskant, da persönliche Daten nicht direkt an die Regierung weitergegeben würden. Kritiker in Europa entgegnen, dass die Bevorzugung schwächerer lokaler Alternativen aus Souveränitätsgründen die Sicherheit sogar untergraben könnte.
Die EU-Strategie wird voraussichtlich die digitale Infrastruktur des Kontinents neu gestalten – mit strengeren Kontrollen für ausländische Anbieter und stärkerer Förderung europäischer Lösungen. Die Tests souveräner Clouds in Deutschland und das anstehende Technologiepaket deuten auf einen grundlegenden Politikwandel hin.
Zwar sind sich Europa und die USA einig, chinesische Technologie in kritischen Lieferketten einzudämmen, doch bleiben die Spannungen über den Umgang mit der US-amerikanischen Marktvorherrschaft bestehen.
Munich 2026: Tech as National Security Priority
The Munich Security Conference in February 2026 marked a pivotal shift in European tech policy. Leaders now frame AI and cyber resilience as core national security concerns, not just economic issues. This aligns with the EU's broader push for tech sovereignty. Key developments include:
- European officials prioritising security standards over pure compliance in tech innovation.
- A push to incentivise domestic AI and semiconductor development over outsourcing.
- Open discussions about creating an EU 'own Five Eyes' model for intelligence sharing.






