31 March 2026, 16:23

EU-Pläne zur Flotten-Elektrifizierung sorgen für Streit mit Autovermietern

Balkendiagramm, das die Anzahl der Elektrofahrzeuge in den Vereinigten Staaten zeigt, wobei die installierte Kapazität von BMW als erhöht angegeben ist.

EU-Pläne zur Flotten-Elektrifizierung sorgen für Streit mit Autovermietern

Die Pläne der Europäischen Union, gewerbliche Fahrzeugflotten zu elektrifizieren, stoßen auf scharfe Kritik von Autovermietungen. Sixt, einer der größten Verleiher Europas, warnt, dass die vorgeschlagenen Regelungen die Kosten in die Höhe treiben und eine Abhängigkeit von chinesischen Batterieherstellern schaffen werden. Die Vorschriften sind Teil des umfassenderen "Automobil-Pakets", das die Europäische Kommission Ende 2025 erstmals vorlegte und das noch verhandelt wird.

Nach den EU-Plänen muss Deutschland sicherstellen, dass bis 2030 83 Prozent seiner gewerblichen Flotte aus Fahrzeugen mit niedrigen oder keinen Emissionen bestehen – bis 2035 sollen es sogar 95 Prozent sein. Mit diesen Zielen will die Union den Umstieg von Benzin- und Dieselantrieben in Branchen wie der Autovermietung beschleunigen. Sixt-Chef Konstantin Sixt bezeichnet die Politik als "Hintertür-Verbot für Verbrennungsmotoren" und argumentiert, sie zwinge Unternehmen zur Umstellung auf Elektrofahrzeuge, bevor der Markt dafür bereit sei.

Die Haltung der deutschen Regierung zum Automobil-Paket hat sich seit dessen Vorstellung gewandelt. Anfangs zurückhaltend, unterstützen Bundesvertreter nun zwar die EU-Ziele, fordern jedoch zentrale Anpassungen. Ein kürzlich veröffentlichtes Konzeptpapier des CoRAI sowie Stellungnahmen sächsischer Vertreter unterstreichen Forderungen nach mehr Flexibilität bei den CO₂-Vorgaben, einer Ausweitung der Super-Credits und Sonderregelungen für die Fahrzeug-Unterkategorie M1E. Zudem setzt sich Berlin für eine stärkere Förderung regionaler Industrieökosysteme und bessere finanzielle Anreize ein.

Sixt äußert Bedenken hinsichtlich der praktischen Auswirkungen der Regelungen. Das Unternehmen rechnet mit steigenden Mietpreisen, sobald die Flotten auf teurere Elektromodelle umgestellt werden. Zudem warnt es vor logistischen Herausforderungen, darunter die unzureichende Ladeinfrastruktur und die Abhängigkeit von China bei der Batterieproduktion.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die EU-Ziele zur Elektrifizierung der Flotten bleiben umstritten, während die Verhandlungen andauern. Die überarbeitete Position Deutschlands versucht, Klimaziele mit den Bedürfnissen der Industrie in Einklang zu bringen. Doch Unternehmen wie Sixt bestehen darauf, dass die Umstellung finanzielle und operative Belastungen mit sich bringen wird. Das Ergebnis der Gespräche wird entscheiden, wie schnell – und zu welchen Kosten – gewerbliche Flotten auf Elektroantrieb umstellen müssen.

Quelle