EU-Gipfel: Ukraine-Hilfe, Handelskonflikte und Streit um Finanzrahmen
Emma HerrmannEU-Gipfel: Ukraine-Hilfe, Handelskonflikte und Streit um Finanzrahmen
Europäische Staats- und Regierungschefs sind kürzlich zusammengetroffen, um drängende wirtschaftliche und geopolitische Fragen zu erörtern. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj informierte sie über die aktuelle militärische Lage in der Ukraine und hob dabei jüngste Verschiebungen im Konfliktgeschehen hervor. Im Mittelpunkt der Gespräche standen zudem die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und die Handelsdominanz der EU.
Während des Treffens gab Selenskyj den Führungskräften einen Überblick über die militärischen Fortschritte der Ukraine. Der deutsche Politiker Friedrich Merz wies dabei auf eine jüngste Wende zugunsten Kiews hin. Die EU bekräftigte ihre Haltung und betonte, im Konflikt nicht neutral zu sein, sondern die Ukraine weiterhin entschlossen zu unterstützen. Zudem wurden vorläufige Rahmenbedingungen für mögliche Friedensgespräche zwischen der Ukraine und Russland erarbeitet, die bei den europäischen Partnern auf breite Zustimmung stießen.
In wirtschaftlicher Hinsicht einigten sich die Staatschefs darauf, den Binnenmarkt vor wettbewerbsverzerrenden Praktiken zu schützen – insbesondere solchen mit Bezug zu China. Währungsungleichgewichte, wie die Abwertung von Währungen gegenüber dem Euro und dem US-Dollar, wurden als unfaire Konkurrenz kritisiert. Die Europäische Kommission erhielt den Auftrag, die Interessen der EU in Handelsverhandlungen künftig entschlossener zu vertreten und die Instrumente zur Handelsverteidigung zu stärken.
Deutschland und andere Nettozahler lehnten die Aufnahme gemeinsamer EU-Schulden entschieden ab. Merz bezeichnete den aktuellen Vorschlag der Kommission für den mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) als unfinanzierbar und unausgewogen. Die irische Ratspräsidentschaft soll nun einen schlankeeren, nachhaltigeren MFR vorlegen, der für alle Mitgliedstaaten akzeptabel ist.
Die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit bleibt für die Mitgliedstaaten oberste Priorität. Fortschrittsberichte sollen künftig vor jedem Treffen des Europäischen Rates vorgelegt werden.
Die EU hat Maßnahmen ergriffen, um ihre Wirtschaft vor externen Verzerrungen zu schützen, und ihre Unterstützung für die Ukraine bekräftigt. Ein überarbeiteter MFR-Vorschlag wird erwartet, der auf eine breitere Akzeptanz unter den Mitgliedstaaten zielt. Handelsverteidigung und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit werden in den kommenden Monaten im Fokus bleiben.
