23 May 2026, 20:16

Erlangen verbietet "sexistische" Partyhits auf dem Bergkirchweih – und löst Streit aus

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Erlangen verbietet "sexistische" Partyhits auf dem Bergkirchweih – und löst Streit aus

Erlangens Stadtverwaltung verbietet „sexistische“ Partyklassiker auf dem Bergkirchweih-Fest

Die Stadtverwaltung Erlangen hat eine Liste klassischer Partyhits für das Bergkirchweih-Volksfest verboten und diese als sexistisch eingestuft. Der Schritt folgt einer Beschwerde einer Frau, die berichtete, im vergangenen Jahr belästigt und durch die gespielte Musik in unangenehme Situationen gebracht worden zu sein. Die Behörden fordern nun Gastwirte auf, die indizierten Titel zu meiden – doch viele zeigen sich skeptisch gegenüber der Entscheidung.

Auslöser der Debatte war der Bericht einer Besucherin, die sich beim Festival 2023 unsicher gefühlt hatte. Sie behauptete, aggressive Verhaltensweisen von Männern würden durch Lieder mit „frauenfeindlichen“ Texten befördert. Daraufhin prüften die Gleichstellungsbeauftragten der Grünen, Reka Lörincz und Nora Hahn-Hobeck, das Musikprogramm des Festes und markierten Titel als „problematisch“.

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Der Stadtrat – unterstützt von CSU, Linken und SPD – hatte bereits 2021 beschlossen, Lieder zu verurteilen, die „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ verbreiten. In diesem Jahr landeten selbst satirische Stücke wie Skandal im Sperrbezirk auf der schwarzen Liste. Jürgen Thurnau, Frontmann der Spider Murphy Gang, verglich die Einschränkungen mit Zensurmaßnahmen in der DDR.

Gastwirte reagieren mit Zweifeln und fragen sich, ob das Verbot tatsächlich etwas am Verhalten ändern werde. Unterdessen kritisierte Sänger Peter Wackel, dessen Hit Joana die Zeile Du geile Sau enthält, die neuen Regeln scharf. Er behauptet, immer mehr Künstler würden sich wegen solcher Auflagen weigern, in Deutschland aufzutreten.

Bei fast einer Million erwarteter Besucher betont die Stadt, das Festival solle „besonders frei von Diskriminierung“ sein. Die Schwarze Liste bleibt für das diesjährige Bergkirchweih in Kraft – doch unklar ist, welche Wirkung sie entfalten wird. Während Gastwirte unter Druck geraten, die Vorgaben umzusetzen, halten Künstler und einige Besucher die Beschränkungen für überzogen. Die Diskussion über Musik, Kultur und Sicherheit auf dem Fest geht weiter.

Quelle