Energiewende: Warum die Netzentgelte Haushalte immer stärker belasten
Die deutsche Energiewende steht wegen steigender Kosten – insbesondere der Netzentgelte – zunehmend in der Kritik. In den vergangenen drei Jahren sind die durchschnittlichen Haushalte mit zusätzlichen Belastungen von 37 Euro pro Jahr konfrontiert worden. Die Sorgen wachsen, wie der Umbau der Energieversorgung hin zu erneuerbaren Quellen gesteuert und finanziert wird.
Allein im Jahr 2015 kostete die Stabilisierung des Stromnetzes über eine Milliarde Euro. Davon entfielen 70 Prozent auf den niederländischen Netzbetreiber Tennet. Ein Jahr später kündigte Tennet eine Erhöhung der Netzentgelte um 80 Prozent an, wirksam ab 2017.
Die Bundesnetzagentur hat seitdem Maßnahmen ergriffen, um diese Kosten zu begrenzen. Ab 2018/2019 werden die Gewinnmargen der Netzbetreiber gesenkt. Nach Berücksichtigung weiterer Faktoren lag die tatsächliche Rendite der Betreiber bei etwa 5,83 Prozent. Die Kürzungen treffen vor allem kleinere Netzbetreiber hart – manche müssen mit Wertverlusten von bis zu 35 Prozent rechnen.
Die steigenden Netzentgelte und hohen Stabilisierungskosten sind eine direkte Folge des aktuellen Kurses der Energiewende. Mit der Senkung der Gewinnmargen will die Bundesnetzagentur die finanzielle Belastung der Haushalte verringern. Die Maßnahmen entfalten ab dem Zeitraum 2018/2019 ihre volle Wirkung.
