10 May 2026, 10:14

Deutschland sucht dringend Alternativen nach US-Stopp für Tomahawk-Raketen

Schiffsverband auf Wasser mit bewölktem Himmel, mit Text und Logo über NATO-Meerübungen in der Ostsee.

Deutschland sucht dringend Alternativen nach US-Stopp für Tomahawk-Raketen

Deutschland steht vor einer wachsenden „Abschreckungslücke“ nach dem Stopp der US-Pläne für Tomahawk-Marschflugkörper im Land. Die Kehrtwende der USA zwingt europäische Verteidigungsexperten nun, nach Alternativen zu suchen. Gleichzeitig drängen politische Führungskräfte auf eine beschleunigte Entwicklung eigener langstreckenfähiger Präzisionswaffen, um die entstandene Lücke zu schließen.

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Die abgesagte Stationierung der Tomahawks sollte ursprünglich eine Übergangslösung sein, während Europa an der Entwicklung moderner eigener Marschflugkörper arbeitete. Doch mit der Rücknahme der Pläne durch den damaligen US-Präsidenten Donald Trump ist der Druck auf Deutschland und seine Verbündeten gestiegen, schnell zu handeln.

Verteidigungspolitiker aus der Unionsfraktion und der SPD fordern Verteidigungsminister Boris Pistorius auf, Ersatzlösungen zu finden. Thomas Erndl, verteidigungspolitischer Sprecher der CSU, kritisierte die zögerliche Modernisierung der Bundeswehr und rief zu einem „Aktionsplan 2029“ auf, um eine glaubwürdige Abschreckung aufzubauen. Gleichzeitig betonte er die Notwendigkeit, innovative Ansätze junger deutscher Unternehmen im Bereich der Marschflugkörpertechnologie zu prüfen.

Auch Siemtje Möller, stellvertretende SPD-Vorsitzende, unterstrich die Dringlichkeit und plädierte für einen raschen Ausbau der europäischen Raketenproduktion. Sie schlug vor, mit der Ukraine zusammenzuarbeiten, um von deren Erfahrung mit der FP-5-Flamingo-Marschflugkörper-Technologie zu profitieren. Experten sind sich einig: Deutschland und seine europäischen Partner verfügen bereits über die notwendige industrielle und technologische Kapazität – doch die Zeit wird knapp.

Ohne die Tomahawks muss Europa nun seine eigenen Raketenprogramme vorantreiben, um eine Sicherheitslücke zu vermeiden. Im Fokus stehen die Nutzung bestehender industrieller Stärken und mögliche Kooperationen zur Entwicklung langstreckenfähiger Präzisionswaffen. Verteidigungsexperten warnen: Verzögerungen könnten die Abschreckungsfähigkeit in einer kritischen Phase schwächen.

Quelle