Deutschland bricht 2015 den Windkraft-Rekord – Ökostrom deckt über 50 Prozent des Bedarfs
Jana KellerDeutschland bricht 2015 den Windkraft-Rekord – Ökostrom deckt über 50 Prozent des Bedarfs
Deutschland erreichte im November 2015 einen Meilenstein in der erneuerbaren Energieversorgung. Mitte des Monats stellte das Land einen neuen Rekord in der Windkraftproduktion auf – an einem einzigen Tag deckten Erneuerbare mehr als die Hälfte des deutschen Strombedarfs. Dieser Erfolg unterstreicht den rasanten Aufstieg der sauberen Energien im Land.
Noch 2004 hatte sich Deutschland das Ziel gesetzt, bis 2020 einen Anteil von 20 Prozent Ökostrom zu erreichen. Doch bereits 2015 wurde dieser Wert über einen Zeitraum von 24 Stunden kaum noch unterschritten. Was einst als ehrgeizig galt, war längst zur Normalität geworden.
Am 18. November 2015 stammten 56 Prozent des deutschen Stroms aus erneuerbaren Quellen. Allein die Windkraft erreichte mit über 32,6 Gigawatt (GW) einen neuen Spitzenwert. Konventionelle Kraftwerke steuerten weiterhin rund 25 GW bei – inklusive der Exporte ins Ausland.
Der starke Anstieg der Ökostrom-Produktion erforderte jedoch Stabilisierungsmaßnahmen im Netz. Um das System auszugleichen, mussten fossile Kraftwerke in Österreich ihre Produktion hochfahren. Die Kosten für die Netzstabilisierung beliefen sich 2015 auf etwa 500 Millionen Euro.
Mittlerweile hat Deutschland sein Ziel für 2020 auf 35 Prozent Ökostrom erhöht. Der Rekord von 2015 zeigt, wie weit das Land bei der Integration sauberer Energien gekommen ist. Doch weiterhin bleiben ein intelligentes Netzmanagement und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit entscheidend, um die schwankende Einspeisung aus erneuerbaren Quellen zu bewältigen.
