Deutsche Bahn drohen Streichungen im bayerischen Zugverkehr wegen maroder Gleise
Emma HerrmannMarode Bahn: Zugstreichungen in der Diskussion - Deutsche Bahn drohen Streichungen im bayerischen Zugverkehr wegen maroder Gleise
Die Deutsche Bahn erwägt die Streichung von Zugverbindungen in ganz Bayern, nachdem sich der Zustand des Schienennetzes in der Region weiter verschlechtert hat. Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem umfangreiche Sanierungsarbeiten an zwei zentralen Strecken beginnen. Beamte warnen, dass jahrelange Vernachlässigung die Infrastruktur dringend erneuerungsbedürftig gemacht habe. Die Gespräche zwischen dem Bahnkonzern und der Landesregierung haben in den letzten Tagen an Intensität zugenommen, doch eine endgültige Entscheidung steht noch aus.
Die Bauarbeiten auf der Strecke Nürnberg–Regensburg begannen offiziell am 6. Februar 2026; die Strecke bleibt nun für volle fünf Monate gesperrt. Züge werden umgeleitet, Ersatzbusse decken die Lücke ab. Nur einen Tag später, am 7. Februar, startete die Deutsche Bahn dringende Modernisierungsmaßnahmen auf der Strecke München–Buchloe, nachdem wiederholte Geschwindigkeitsbegrenzungen Handlungsbedarf signalisiert hatten.
In einer nicht öffentlichen Sitzung des Landtags enthüllte der CSU-Verkehrsexperte Jürgen Baumgärtner, dass die Bahnchefin Evelyn Palla mögliche Streichungen im Fahrplan erörtert habe. Baumgärtner deutete an, dass eine Reduzierung bestimmter Verbindungen Engpässe an wichtigen Knotenpunkten entlasten könnte, ohne jedoch konkrete Strecken zu nennen. Philipp Nagl, Chef von DB Infrago, kündigte unterdessen an, die Zuteilung von Trassen könnte überarbeitet werden – entweder, um Kapazitäten zu erhöhen oder die Servicequalität zu sichern.
Verkehrsminister Christian Bernreiter betonte, flächendeckende Streichungen müssten das letzte Mittel sein. Er lehnte den früheren Plan der Bahn für eine langfristige Vollsperrung der Strecke München–Rosenheim im Jahr 2028 ab und bestand darauf, dass nur kürzere Abschnitte vorübergehend gesperrt werden dürften. Sowohl Bernreiter als auch Palla waren sich einig, dass das bayerische Schienennetz unter jahrzehntelanger Unterfinanzierung leide und eine vollständige Sanierung mindestens ein Jahrzehnt in Anspruch nehmen werde.
Die Grünen forderten die Landesregierung daraufhin auf, zusätzliche Mittel bereitzustellen, um die Reparaturen zu beschleunigen. Die Deutsche Bahn hat bisher keine offizielle Stellungnahme zu möglichen Streichungen abgegeben, doch mit einer aktuellen Mitteilung wird Anfang nächster Woche gerechnet.
Die drohenden Ausfälle sind das Ergebnis jahrelang aufgeschobener Instandhaltung, während bereits zwei Hauptstrecken langfristig saniert werden. Sollte es zu Kürzungen kommen, zielen die Maßnahmen darauf ab, die Belastung des Netzes während der Bauarbeiten zu verringern. Die endgültige Entscheidung liegt bei der Deutschen Bahn, doch der politische Druck, Fahrgastbeeinträchtigungen zu vermeiden, bleibt hoch.