Brandenburgs rot-schwarze Koalition nach 100 Tagen: Harmonie vor dem Haushaltssturm
Jana KellerBrandenburgs rot-schwarze Koalition nach 100 Tagen: Harmonie vor dem Haushaltssturm
Brandenburgs rot-schwarze Koalition hat ihre ersten 100 Tage im Amt erreicht. Die Zusammenarbeit zwischen SPD und CDU wird als produktiv und weitgehend konfliktfrei beschrieben. Nun steht beide Parteien vor der Herausforderung, ein ambitioniertes Gesetzesprogramm umzusetzen – und gleichzeitig ein beträchtliches Haushaltsdefizit zu bewältigen.
Die Koalition formierte sich, nachdem die vorherige Partnerschaft der SPD mit der BSW im Januar gescheitert war. Die BSW warf der SPD vor, den Wählerwillen zu ignorieren, was die Neuauflage einer Regierung mit der CDU erzwang. Gemeinsam haben sie bereits Gesetze verabschiedet, um die Berufung von Hochschulprofessoren zu beschleunigen und Bürokratie abzubauen.
Eine große Bewährungsprobe steht mit dem ersten gemeinsamen Doppelhaushalt für zwei Jahre bevor. Die Landesregierung will das Milliardenloch bis 2028 schließen – was tiefgreifende Kürzungen in mehreren Ministerien erfordert. Gleichzeitig sollen der Bildungsbereich und das Gesundheitsministerium nur begrenzt belastet werden, obwohl die Finanzierungsanforderungen steigen.
Noch in diesem Herbst plant die Koalition, eine Landarztquote einzuführen und den Betrieb von unbemannten „Mini-Supermärkten“ zu ermöglichen. Weitere Prioritäten in den kommenden 3,5 Jahren sind die Ausweitung von Polizeibefugnissen und eine Reform der Kita-Finanzierung. Doch ein jüngstes Urteil des Verfassungsgerichts zu Beamtengehältern belastet den Haushalt mit zusätzlichen 300 bis 600 Millionen Euro.
Die ersten 100 Tage verliefen solide – erste Gesetze sind bereits in Kraft. Doch die kommenden Monate werden harte Entscheidungen erfordern, um Haushalt und Reformvorhaben unter einen Hut zu bringen. Der Erfolg hängt davon ab, ob die Koalition das bisherige Maß an Zusammenarbeit aufrechterhalten kann.






