Bonn protestiert gegen sexualisierte Gewalt nach Ulmen-Fernandes-Skandal
Johanna SchwarzBonn protestiert gegen sexualisierte Gewalt nach Ulmen-Fernandes-Skandal
Hunderte Menschen gingen am Sonntag in Bonn auf die Straße, um gegen sexualisierte Gewalt zu protestieren. Die Demonstration folgte einer Der-Spiegel-Untersuchung zu Vorwürfen digitaler Misshandlung gegen die Schauspielerin Collien Fernandes durch ihren Ex-Mann, den Schauspieler Christian Ulmen. Über 500 Demonstranten versammelten sich vor dem alten Rathaus am Marktplatz und forderten Konsequenzen sowie mehr Verantwortung ein.
Die Kundgebung wurde von einem Bündnis lokaler Parteien organisiert, darunter die Grünen, CDU, SPD und Volt. Jeder Redner bei der Veranstaltung rief Männer dazu auf, Verantwortung zu übernehmen und frauenfeindliche Haltungen entschlossener zu bekämpfen. Auf Plakaten standen Sprüche wie "Girls just wanna be safe" – eine Abwandlung des Cindy-Lauper-Hits – oder "Wir sind wütend".
Der Protest in Bonn fand einen Tag nach einer Demonstration in Köln statt, an der mehr als 5.000 Menschen gegen sexualisierte Gewalt teilgenommen hatten. Politikerinnen der Frauen-Union der CDU schlossen sich den Forderungen nach besseren Schutzmaßnahmen für Frauen an. Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz dafür, sich nicht stärker für strengere Gesetze zum Schutz von Frauen einzusetzen.
Die Kundgebung in Bonn unterstrich die wachsende öffentliche Empörung über sexualisierte und digitale Gewalt. Veranstalter und Teilnehmer betonten die Notwendigkeit struktureller Veränderungen und besserer rechtlicher Absicherung. Seit der Der-Spiegel-Recherche im Jahr 2023 gab es jedoch weder neue Gesetzesinitiativen noch öffentliche Debatten zu dem Thema.






