BMW setzt auf Elektromobilität – doch Aktionäre zweifeln an Tempo und Strategie
Emma HerrmannBMW setzt auf Elektromobilität – doch Aktionäre zweifeln an Tempo und Strategie
BMWs Hauptversammlung: Strategie-Updates und Zukunftspläne im Fokus
Die diesjährige Hauptversammlung von BMW brachte zentrale Neuigkeiten zur Unternehmensstrategie und zum operativen Geschäft. Vorstandsvorsitzender Harald Krüger ging auf die Anliegen der Aktionäre ein und skizzierte gleichzeitig die Prioritäten des Konzerns für die kommenden Jahre. Dabei wurden mehrere bedeutende Ankündigungen zu Geschäftsentwicklung und anstehenden Fahrzeugpremieren gemacht.
Im Rahmen der Versammlung hinterfragten Aktionäre die Fortschritte des Unternehmens bei der Entwicklung nachhaltiger Antriebe. Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) kritisierte, BMW bremse seine Bemühungen im Bereich der Elektromobilität und riskiere damit, gegenüber der Konkurrenz zurückzufallen. Krüger entgegnete, die Elektromobilität bleibe für BMW oberste Priorität – der Wandel sei jedoch ein „Marathon, kein Sprint“.
Der Vorstandschef bestätigte zudem, dass der Carsharing-Dienst DriveNow erstmals profitabel arbeite. Den Aktionären versicherte er, der Brexit werde die britischen Standorte des Konzerns nicht beeinträchtigen, da BMW zu seinen bestehenden Werken in Großbritannien stehe. Darüber hinaus betonte Krüger, dass das Unternehmen trotz möglicher Änderungen in der US-Handelspolitik keine Anpassungen am neuen Werk in Mexiko plane.
In unternehmensrechtlichen Belangen verteidigte Aufsichtsratsvorsitzender Norbert Reithofer die langfristige Beauftragung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. Zwar hatten Aktionäre die Entscheidung hinterfragt, doch Reithofer bekräftigte das volle Vertrauen in die Arbeit des Prüfers. Gleichzeitig bestätigte BMW den Erwerb von Grohmann Engineering von Tesla und versicherte, alle vertraglichen Verpflichtungen einzuhalten – einschließlich des Schutzes sensibler Technologien.
Bei den Verkaufszahlen entfielen im ersten Quartal 37 Prozent der BMW-Absätze auf Dieselmodelle, wobei in Europa ein leichter Rückgang zu verzeichnen war. In Deutschland blieb der Selbstzünder jedoch stark: Hier lag der Dieselanteil bei 64 Prozent. Die überarbeiteten Versionen des BMW 2er Coupé und Cabrio sollen im Juli 2017 auf den Markt kommen – sie markieren die letzten Modelle der Baureihe mit Heckantrieb.
Die BMW-Führung unterstrich erneut den Fokus auf Elektromobilität und operative Stabilität. Der Konzern balanciert dabei zwischen traditionellen Stärken wie dem Dieselgeschäft und zukunftsweisenden Investitionen in nachhaltige Technologien. Die anstehenden Modellneuheiten und strategischen Weichenstellungen werden die weitere Entwicklung in den kommenden Monaten prägen.
