Berlin feiert Nowruz: Ein uraltes Frühlingsfest verbindet Kulturen und Widerstand
Leon SchmidtBerlin feiert Nowruz: Ein uraltes Frühlingsfest verbindet Kulturen und Widerstand
Berlin bereitet sich auf die Nowruz-Feierlichkeiten vor – ein uraltes Frühlingsfest mit kultureller Vielfalt
Berlin steht kurz davor, Nowruz, das jahrtausendealte Frühlingsfest, mit einer Reihe kultureller Veranstaltungen in der gesamten Stadt zu begehen. Das in über zehn Ländern anerkannte Fest ist tief in persischen und zentralasiatischen Traditionen verwurzelt und blickt auf eine mehr als 3.000-jährige Geschichte zurück. In diesem Jahr laden das Humboldt Forum und das Haus der Kulturen der Welt zu Feiern ein, die Musik, Kunst und Diskussionen aus unterschiedlichen Gemeinschaften zusammenbringen.
Das Humboldt Forum veranstaltet erstmals Newroz, ein kulturelles Fest, das in Zusammenarbeit mit sieben Berliner Vereinen organisiert wird. Im Mittelpunkt stehen Bräuche aus Zentralasien, Usbekistan, dem Iran, Afghanistan und den kurdischen Regionen. Das Programm umfasst Drachenbau, Eierbemalung und Tanzworkshops sowie Aufführungen klassischer Musik und kurdischer Rockmusik.
Im Haus der Kulturen der Welt rückt dagegen die persische Kultur in den Fokus – mit besonderem Augenmerk auf Künstlerinnen. Eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "Nowruz zwischen Schmerz und Hoffnung: Iranische und afghanische Perspektiven" beleuchtet die Bedeutung des Festes angesichts historischer und moderner Herausforderungen. Gruppen wie Mehr und PUK e.V. tragen iranische und afghanische Sichtweisen bei, während Yekmal, Mittani und Royavida kurdische Traditionen präsentieren.
Nowruz wird von rund 300 Millionen Menschen in über 20 Ländern gefeiert, doch in Ländern wie dem Iran und Afghanistan sah es sich immer wieder politischer Unterdrückung ausgesetzt. Dennoch bleibt das Fest lebendig – so fanden 2026 sogar im Iran Feierlichkeiten statt, obwohl Ende Februar US-israelische Luftangriffe begannen.
Die Berliner Veranstaltungen unterstreichen Nowruz als kulturelles Fest und zugleich als Symbol der Widerstandsfähigkeit. Mit Beiträgen von Künstler:innen, Musiker:innen und Redner:innen spiegeln die Feiern die Vielfalt der mit dem Frühlingserwachen verbundenen Traditionen wider. Die Organisator:innen wollen durch gemeinsames Erbe und zeitgenössische Perspektiven den Dialog und das Verständnis fördern.






