Bayerns Tourismusbranche scheitert an eigenen Klimazielen – trotz 2030-Vorgabe
Johanna SchwarzBayerns Tourismusbranche scheitert an eigenen Klimazielen – trotz 2030-Vorgabe
Bayerns Tourismusbranche kämpft mit Klimazielen – trotz wachsendem Druck
Die Tourismuswirtschaft in Bayern hat Mühe, ihre Klimaziele zu erreichen, obwohl die Erwartungen steigen. Die Region strebt zwar Klimaneutralität bis 2030 an, doch viele Unternehmen wissen nichts von der gesetzlichen Verpflichtung, die ab 2040 greift. Eine aktuelle Studie zeigt, dass nur ein Bruchteil der Beherbergungsbetriebe ihre CO₂-Emissionen derzeit kompensiert.
Eine von Dr. Niklas Völkerning von der Universität Augsburg geleitete Untersuchung macht die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit deutlich. Sein Team befragte Unterkunftsanbieter in bayerischen Tourismusregionen, wo 2023 rund 100 Millionen Übernachtungen verzeichnet wurden. Die Ergebnisse: Während 56 Prozent der Betriebe keine negativen Auswirkungen des Klimawandels spüren, haben 30 Prozent mit Herausforderungen zu kämpfen – und 14 Prozent sehen sogar Vorteile.
Viele Anbieter haben bereits Maßnahmen ergriffen, etwa Solaranlagen installiert oder Heizsysteme modernisiert. Doch die meisten kennen die Klimaneutralitäts-Pflicht ab 2040 nicht. Nur 27 der befragten Betriebe gleichen ihre CO₂-Emissionen aktiv aus – obwohl pro Gastnacht im Schnitt 14 Kilogramm Treibhausgase anfallen.
Hemmnisse sind hohe Kosten, Unsicherheit und Wissenslücken. Die Studie zeigt auch: Unternehmen mit engagierter Führung setzen mehr Klimaschutzmaßnahmen um. Dennoch glauben 60 Prozent der Befragten, dass Politiker und Gäste – nicht die Betriebe selbst – die Nachhaltigkeitsbemühungen vorantreiben sollten.
Die zögerliche Reaktion der Branche gefährdet Bayerns Klimaziele für 2030. Da viele Unternehmen entweder uninformiert sind oder zögern, bleibt die Lücke zwischen Politik und Praxis groß. Ohne stärkere Anreize oder klarere Vorgaben könnte der Wandel zur Klimaneutralität weiter ins Stocken geraten.






