04 April 2026, 12:18

Aprilscherze, die selbst Medien täuschten: Von fliegenden Schweinen bis zu Bowie-Lügen

Eine Karikatur eines Mannes in Zylinder und Frack vor einer Menge mit einer Stange und einem Zaun im Hintergrund, beschriftet mit "Aprilscherz" unten.

Aprilscherze, die selbst Medien täuschten: Von fliegenden Schweinen bis zu Bowie-Lügen

Seit Jahrzehnten nutzen Scherzbolde und Künstler den 1. April, um die Gutgläubigkeit der Medien auf die Probe zu stellen. Eine der bekanntesten und langlebigsten Streiche stammt von Joey Skaggs, der seit 1986 jährlich eine fingierte Parade in New York City inszeniert. Seine ausgeklügelten Scherze – von fliegenden Schweinen bis zu unsichtbaren Helikoptern – täuschen Reporter immer wieder, bevor sie sich am 1. April als Aprilscherze entpuppen.

Auch andere haben ähnliche Streiche gespielt. 1985 täuschte Sports Illustrated seine Leser mit einer Geschichte über ein erfundenes Baseball-Wunderkind. Noch früher, im Jahr 1958, veranstaltete der Entertainer David Bowie eine Party für einen nicht existierenden Schriftsteller – alles im Namen der spielerischen Täuschung.

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Joey Skaggs' jährliche Aprilscherz-Parade entlang der Fifth Avenue begann 1986. Die Veranstaltung gibt vor, das Absurde zu feiern und Autoritäten herauszufordern, wobei Pressemitteilungen bizarre Spektakel wie schwebende Politiker oder riesige aufblasbare Ratten ankündigen. Doch die Parade findet in der Regel nie statt. Skaggs gibt offen zu, dass es sich um einen wiederkehrenden Scherz handelt, der zeigen soll, wie leichtfertig Medien ungeprüfte Geschichten verbreiten.

Im Laufe der Jahre sind renommierte Medien wie die New York Times, die BBC und Vice auf den Trick hereingefallen, nur um ihre Berichterstattung am nächsten Tag zurückzuziehen. Einige Institutionen, etwa die New Yorker Polizei (NYPD), spielen mit ironischen Bestätigungen mit. Nutzer sozialer Medien hingegen verbreiten die viral gehenden Behauptungen oft weiter, ohne zu merken, dass sie Teil des Scherzes sind.

Skaggs beschreibt seine Arbeit als "die Medien als Leinwand zu nutzen". Sein Ziel ist es, zu erforschen, warum Menschen bestimmten Erzählungen glauben – selbst wenn sie noch so abwegig erscheinen. Die Tradition knüpft an frühere prominente Scherze an, wie den Sports-Illustrated-Artikel von 1985 über Hayden "Sidd" Finch, einen angeblichen Pitcher der Mets, der einen 270 km/h schnellen Wurf beherrscht haben soll. Der von George Plimpton verfasste Text enthielt erfundene Zitate des Pitching-Coachs Mel Stottlemyre, der später zugab, hereingelegt worden zu sein.

1998 beteiligte sich David Bowie an einem anderen Scherz: Er veranstaltete eine Launch-Party für einen neuen Verlag und stellte den britischen Schriftsteller William Boyd vor. Der Haken? Boyd war eine reine Erfindung – eine Kreation, die den Hype um literarische Neuerscheinungen persiflieren sollte. Die Enthüllung kam erst nach der Veranstaltung, zurück blieb ein ratloses Publikum, das sich fragte, was davon wirklich wahr war.

Skaggs' Parade und andere Aprilscherze zeigen Jahr für Jahr, wie schnell sich Falschinformationen verbreiten. Medien fallen gelegentlich auf die Tricks herein, während die Öffentlichkeit die Geschichten oft teilt, bevor die Wahrheit ans Licht kommt. Die Streiche dienen als jährliche Mahnung, wie dünn die Grenze zwischen Glauben und Skepsis in einem Zeitalter der sofortigen Weiterverbreitung ist.

Quelle