30 March 2026, 16:25

Anna Netrebko polarisiert bei Berliner Opernpremiere mit Un ballo in maschera

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Anna Netrebko polarisiert bei Berliner Opernpremiere mit Un ballo in maschera

Berlins Staatsoper eröffnete die Festspielsaison mit einer Neuinszenierung von Un ballo in maschera

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Die Premiere der Produktion mit der Sopranistin Anna Netrebko in der Hauptrolle der Amelia wurde im Saal mit begeistertem Applaus bedacht. Vor dem Opernhaus versammelten sich jedoch Protestierende, um gegen ihren Auftritt zu demonstrieren.

Die Aufführung selbst fand großen Anklang beim Publikum. Doch der Abend stand im Zeichen der Kontroverse um Netrebkos frühere Verbindungen zur russischen Führung und ihre zögerliche öffentliche Haltung zum Krieg in der Ukraine. Rund 50 Demonstranten hatten sich vor der Vorstellung vor der Staatsoper postiert. Sie schwenkten ukrainische Flaggen und skandierten Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat". Im Mittelpunkt ihres Protests standen Netrebkos angebliche Beziehungen zu Präsident Wladimir Putin, darunter eine Geburtstagsfeier im Moskauer Kreml im Jahr 2014.

Netrebko, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, sah sich 2022 mit zahlreichen Absagen konfrontiert. Renommierte Häuser wie die Metropolitan Opera in New York, die Wiener Staatsoper und die Oper Zürich beendeten die Zusammenarbeit, nachdem sie sich zunächst gewigert hatte, Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine eindeutig zu verurteilen. Einige Institutionen engagierten sie später wieder, nachdem sie klarer Stellung bezogen hatte. Laut ihren Vertretern habe sie sich inzwischen entschieden gegen den Krieg ausgesprochen. Elisabeth Sobotka, die Intendantin der Berliner Staatsoper, betonte zudem, Netrebko sei nicht nach Russland zurückgekehrt und habe sich öffentlich von der dortigen Regierung distanziert.

Im Theater selbst herrschte eine andere Stimmung. Das Publikum begrüßte Netrebko mit warmem Beifall, und sowohl Kritiker als auch Zuschauer lobten Musiker und Sänger für eine überzeugende Interpretation von Verdis Oper. Es war nicht ihr erster Auftritt in Berlin, doch die Vorstellung war angesichts der anhaltenden Debatten um ihre Karriere mit besonderer Brisanz verbunden.

Die Premiere von Un ballo in maschera fand trotz der Proteste statt. Netrebkos Rückkehr auf eine große europäische Bühne spiegelt die sich wandelnde Haltung einiger Opernhäuser wider – auch wenn die Diskussion über ihr früheres Handeln weitergeht. Die Entscheidung der Staatsoper, an ihrer Mitwirkung festzuhalten, zeigt das schwierige Spannungsfeld zwischen künstlerischem Anspruch und politischer Prüfung.

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