30 June 2026, 04:12

AfD-Skandal um "Muslim Interaktiv": Vom Facebook-Video zum Verbot nach jahrelangem Streit

Altes AfD-Video über die CDU und 'Muslim Interaktiv' geht erneut viral

AfD-Skandal um "Muslim Interaktiv": Vom Facebook-Video zum Verbot nach jahrelangem Streit

Ein Video, das der AfD-Politiker Baumann am 13. Juni 2024 auf Facebook veröffentlichte, löste eine erneute Debatte über einen umstrittenen politischen Streit aus. In dem Clip wurde auf einen AfD-Antrag vom Mai 2024 Bezug genommen, der ein Verbot des Vereins Muslim Interaktiv forderte. Die Gruppe war bereits Anfang desselben Jahres vom Hamburger Verfassungsschutz als „gesichert extremistisch“ eingestuft worden.

Im April 2024 hatte die Hamburger CDU einen Antrag auf ein landesweites Verbot von Muslim Interaktiv eingebracht, der jedoch von SPD und Grünen abgelehnt wurde. Einen Monat später reichte die AfD einen eigenen Antrag im Bundestag ein, in dem sie der Organisation vorwarf, den Islam als einziges gesellschaftliches Modell etablieren zu wollen und staatlichen Einfluss abzulehnen. Am 13. Juni 2024 stimmte der Bundestag gegen den AfD-Vorschlag – mit Unterstützung mehrerer Parteien, darunter auch der CDU.

Der CDU-Abgeordnete Christoph de Vries bezeichnete die AfD-Initiative als überflüssig und verwies auf die bestehenden Bemühungen seiner Partei gegen politischen Islamismus. Unterdessen kritisierte der BSW-Politiker Ali Al-Dailami den AfD-Antrag scharf: Dieser diffamiere Muslime, indem er nicht zwischen Islam und Islamismus unterscheide. Auch ein eigener CDU-Antrag auf Bundesebene zur Bekämpfung des politischen Islamismus, einschließlich des Verbots entsprechender Vereine, war im Juni 2024 gescheitert.

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Trotz dieser politischen Rückschläge verhängte das Bundesinnenministerium schließlich im November 2025 ein Verbot gegen Muslim Interaktiv. Der Verein wurde offiziell aufgelöst, nachdem er als extremistisch eingestuft worden war. Der Beschluss beendete eine jahrelange politische Kontroverse um die Aktivitäten der Gruppe, die von mehreren gescheiterten Anträgen auf Landes- und Bundesebene begleitet worden war.

Quelle