AfD in Harburg zerbricht: Nur noch drei Abgeordnete nach neuem Austritts-Drama
Leon SchmidtAfD in Harburg zerbricht: Nur noch drei Abgeordnete nach neuem Austritts-Drama
Die AfD-Fraktion im Hamburger Bezirk Harburg ist nach dem Austritt zweier weiterer Abgeordnete auf nur noch drei Mitglieder geschrumpft. Andreas Ehlers und Harald Feineis verließen die Gruppe und vertieften damit die internen Spannungen. Ihre Austritte folgen auf monatelange Streitigkeiten und Vorwürfe wegen Fehlverhaltens innerhalb der Partei.
Die jüngsten Abgänge werfen Fragen über die Zukunft der Fraktion auf. Der CDU-Abgeordnete Rainer Bliefernicht warnte, weitere Spaltungen könnten zur Bildung einer zweiten AfD-Fraktion in der Bezirksversammlung führen.
Die Probleme der Harburger AfD verschärfen sich bereits seit einiger Zeit. Im vergangenen Jahr verließ Adrian Leuser die Fraktion und floh aus der Stadt, nachdem er Drohungen erhalten hatte. Der letzte Auslöser war, dass er ein anderes Mitglied wegen rassistischer Äußerungen und Einschüchterung anzeigte. Kurz darauf fand er eine bedrohliche Nachricht an seiner Wohnungstür.
Die internen Konflikte der Fraktion haben wiederholt ihre parlamentarische Arbeit in den Hintergrund gedrängt. Simon Dhemija von der Linken warf der AfD vor, Blockadepolitik und Skandale über demokratische Prozesse zu stellen. Unterdessen erhob Andreas Ehlers schwere Vorwürfe gegen den Fraktionsvorsitzenden Helge Ritscher, dem er körperliche Angriffe vorwirft. Zudem äußerte er Bedenken hinsichtlich einer sechsstelligen Summe auf dem Fraktionskonto, für die seiner Aussage nach die erforderlichen Belege fehlen.
Die CDU stellt mit zwölf Sitzen derzeit die größte Fraktion in der Harburger Bezirksversammlung. Dennoch zieht die anhaltende Krise der AfD erhebliche Aufmerksamkeit auf sich. Der CDU-Politiker Rainer Bliefernicht äußerte die Sorge, die jüngsten Austritte könnten die AfD weiter zersplittern und möglicherweise eine konkurrierende Fraktion innerhalb derselben Partei entstehen lassen.
Mit nur noch drei verbleibenden Mitgliedern steht die Harburger AfD vor einer ungewissen Zukunft. Die wiederholten Skandale und internen Streitigkeiten haben ihre Position in der Bezirksversammlung geschwächt. Beobachter fragen sich nun, ob es der Gruppe gelingen wird, zusammenzuhalten – oder ob weitere Spaltungen folgen werden.






